Zur Geschichte der Villa Sachsen
Zwischen Rochusberg und Rhein, am östlichen Stadtende von Bingen, liegt
die Villa Sachsen inmitten von Weinbergen und einer außergewöhnlich
schönen Parkanlage. Errichtet 1843 von Edmund Carl von Bühlow zu
Hohenstein, wechselten Namen und Besitzer des Landgutes mehrfach:
Zunächst „Villa Landy“ genannt, hieß es bald „Villa Braun“ und „Schloss
Pila“. Anfang dieses Jahrhunderts gab Kommerzienrat Ernst Mey aus
Leipzig seinem Anwesen den Namen „Villa Sachsen“ und baute es großzügig
um: Das spätklassizistische Wohnhaus wurde um Wirtschaftsgebäude
ergänzt, die Villa erhielt einen Anbau für eine neue Küche und ein
weitläufiges Treppenhaus. Eine große Orangerie entstand, das
Gärtnerhaus wurde erweitert und Obstplantagen angelegt. Nach der
Übernahme durch Curt Berger, der ein Kelterhaus schaffen und einen
Gewölbe-Fasskeller in den Hang graben ließ, wurde die Villa Sachsen in
den Jahren 1920 -1922 zu einem großen Weingut ausgebaut.
Nach dem Zweiten Weltkrieg diente die Villa Sachsen als Lazarett,
später hielt ein Hotelbetrieb Einzug. 1963 wurde das Weingut an die
Allgäuer Alpenmilch AG verkauft. Eine eigens von ihr gegründete
Tochtergesellschaft betrieb das „Weingut St. Ursula“, das rechtlich von
der Villa Sachsen und den dazugehörigen Weinbergen getrennt wurde. Im
Mai 1994 erwarb die buddhistische Religionsgemeinschaft Soka Gakkai
International Deutschland e.V. (SGI-D) die Villa Sachsen. Die Weinberge
sind verkauft worden und werden nun von der Gesellschaft „Weingut Villa
Sachsen GmbH“ verwaltet.
Ein Haus für Buddhisten, Binger Bürger und andere Besucher
Von 1996 bis zum Frühjahr 1997 hat die SGI-D das Anwesen unter
denkmalpflegerischen Gesichtspunkten restaurieren lassen. Bei den
Arbeiten wurde besonders darauf geachtet, die Schönheit dieses
Bauwerkes und der dazugehörigen Parklandschaft wiederherzustellen.
Bereit elf Jahre nach seiner Erbauung erlebt das Haus seinen ersten
Durch den Umbau zum „Kulturzentrum Villa Sachsen“ sind Gelände und
Gebäude erstmals regelmäßig für die Öffentlichkeit zugänglich. Seit
1994 haben sich alljährlich zahlreiche Besucher beim „Tag des Offenen
Denkmals“ vor Ort umgesehen und das Architekturensemble bewundert. Nach
Abschluss der Restaurierungsarbeiten wurde die Villa Sachsen am 3. Mai
1997 als Kulturzentrum der SGI-D eröffnet. Sie wird seither als Ort der
buddhistischen Ausübung genutzt. Darüber hinaus dient sie als
kultureller Veranstaltungsort für Vorträge, Konzerte, Ausstellungen und
Seminare. In den Sommermonaten ist an den Wochenenden im Park der Villa
Sachsen ein Café geöffnet.